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Aus der geförderten Beschäftigung in Arbeit

Personen im Gespräch© Jobcenter PforzheimFoto: Georgia Konstantinidou

Frau A. ist im Irak in einer dörflichen Großfamilie aufgewachsen und besuchte 7 Jahre lang die Schule. Sie erinnert sich, dass die Lehrkräfte gegenüber ihren Schülern sehr streng und körperliche Strafen üblich waren. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie und reiste im Sommer 2014 ihrem Ehemann nach, der bereits in Deutschland lebte. Zu dieser Zeit war ihr Mann voll berufstätig, so dass die Existenz des Ehepaares gesichert war. Frau A. war von 2014 bis 2020 überwiegend Hausfrau und nahm in dieser Zeit an einem Vorkurs (zu einem Integrationskurs) teil.

Durch das Jobcenter Pforzheim unterstützt nahm sie von 2020 bis 2022 an einem Alpha-Integrationssprachkurs teil. B1-Sprachniveau konnte sie erst zu einem späteren Zeitpunkt nachweisen.

Ihr erster Kontakt mit der Arbeitswelt erfolgte im Dezember 2022, als sie über eine Arbeitsgelegenheit als Küchenhilfe des Goldenen Ankers in Pforzheim-Dillweißenstein begann zu arbeiten. Im Januar 2025 erhielt sie über das Förderprogramm Teilhabe am Arbeitsmarkt (§16i SGB II) ihre erste Arbeitsstelle als Küchenhilfe im Goldenen Anker und wurde dabei von Anfang an von einer §16i SGB II-Coachin des Jobcenters Pforzheim tatkräftig unterstützt. Während des gesamten Zeitraums der geförderten Beschäftigung erfolgte einmal im Monat ein persönliches Coaching mit Frau A.. Die Gespräche, die zum Teil gemeinsam mit dem Arbeitgeber erfolgten, dienten der persönlichen und beruflichen Stabilisierung und Weiterentwicklung von Frau A. mit dem Ziel einer nachhaltigen Integration.

Die geförderte Beschäftigung war zunächst für zwei Jahre angesetzt. Bereits nach 8 Monaten ist es Frau A. aber gelungen, eine Arbeitsstelle als Reinigungskraft in Teilzeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden, so dass sie den Goldenen Anker, in dem sie sich als gute Mitarbeiterin in der Küche ausgezeichnet hat, verließ. Dort sind während der Zeit ihrer Beschäftigung auch Freundschaften zu Kolleginnen entstanden, die sie trotz Arbeitsplatzwechsel weiter pflegen möchte.

Frau A. möchte die Erfahrungen und Lerneffekte, die sie in Zusammenhang mit der Arbeitswelt gemacht hat, nicht mehr missen. Sie arbeitet gerne, möchte auf keinen Fall mehr ohne berufliche Aufgabe sein und will dauerhaft in Deutschland leben.

Ihre Geschichte zeigt, dass der Glaube an sich selbst, Ehrgeiz und die Annahme von Unterstützung, Perspektiven eröffnen und den Grundstein in ein selbständiges Leben legen können.